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MaReCuM

Wir in Mannheim dürfen schon seit 2006 in einem Modellstudiengang Medizin studieren. Bei uns heißt das Ganze „MaReCuM“, kurz für Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe.

Was ist eigentlich ein Modellstudiengang?

Für uns heißt das vor allem, dass die herkömmliche Trennung zwischen vorklinischem Grund- und klinischem Hauptstudium durchbrochen wird. Auch wenn wir wie in traditionellen Regelstudiengängen üblich nach 4 Semestern unser 1. Staatsexamen, das Physikum, ablegen, werden schon in den ersten beiden Jahren klinische und praktische Inhalte in das Studium mit eingeflochten und verwoben mit dem vorklinischen, theoretischen Studium.

Wie sieht das eigentlich konkret aus?

Dazu lernen wir in den ersten zwei Jahren (fast, s.u.) ausschließlich in Modulen von 6 Wochen Länge, die sich um ein Organsystem oder ein anderes gut abgrenzbares medizinisches Thema drehen. Um den Lernerfolg ständig zu kontrollieren, werden dazu eine kleine Zwischenprüfung nach 3 und eine etwas größere Abschlussprüfung, unter Umständen inklusive mündlicher Prüfung, nach der 6. Modulwoche abgehalten.

Um in den allzu trockenen, theoretischen Fächern, die sich nicht in dieses System einfügen lassen, gerecht zu werden, beginnt das Studium in Mannheim allerdings traditionell mit den 4 Vorbereitungswochen, die zum Teil auch in Heidelberg stattfinden. Dort bringen die Physiker und Chemiker der anderen Fakultäten auf Vordermann, während daheim in Mannheim Medizinische Terminologie und Biomathematik auf euch warten.

Eine Besonderheit ist dabei, dass ihr die ersten zwei Jahre des Studiums als eine einzelne Kohorte durchlaufen werdet, das bedeutet, dass alle gleichzeitig und dasselbe Modul absolvieren.
Habt ihr dann das Physikum hinter euch, ändert sich das – ab jetzt werden die Jahrgänge in je nach Modul 2 oder 4 Kohorten aufgeteilt, die versetzt zueinander die Module des jeweiligen Studienjahres absolvieren.

Auch das Modulsystem wird leicht verändert – sowohl im 3. als auch im 4. Studienjahr erwartet euch ein sogenanntes „Großmodul“, das sich über die Dauer eines ganzen Semesters erstreckt und in den letzten zwei Wochen gesammelt abgeprüft wird. In den gewohnten Kleinmodulen von 6 Wochen Dauer entfällt außerdem die Zwischenprüfung, sodass nur in der 7. Woche eine Abschlussprüfung abgehalten wird.

Auch die Module im Hauptstudium sind jedoch nach sinnvoll zueinander passenden Fachbereichen ausgewählt und zusammengestellt; so begegnen euch etwa im Modul „Nerven und Sinne“ die Fächer Augenheilkunde, HNO-Heilkunde, Neurologie, Psychiatrie sowie Psychosomatik und Psychotherapie.

Als Besonderheit zählt auch noch das Blockpraktikum auf der Mannheimer Interdisziplinären Ausbildungsstation (MIA), auf der ihr – bisher einzigartig in Deutschland – gemeinsam mit Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Physiotherapie eine eigene (kleine) Krankenstation unter Supervision betreuen und eure ersten Schritte als angehende PJ-Studierende und Assistenzärztinnen/-ärzte gehen könnt.

Habt ihr die drei Jahre des Hauptstudiums hinter euch, steht mit dem 2. Staatsexamen nur noch eine große Hürde zwischen euch und dem Praktischen Jahr, das bei uns – bisher noch einzigartig – in Quartalen, davon eines als Ambulanzquartal an einer Hochschulambulanz oder in einer Praxis, abgeleistet werden muss.

Wieso ist es bei uns eigentlich am schönsten?

Nicht nur weil man in Mannheim einfach super studieren kann, sondern auch weil wir eine ganz besondere Fakultät sind – als „Ableger“ der Universität Heidelberg in Mannheim sind wir besonders unabhängig, aber auch besonders familiär. Unsere Jahrgänge umfassen etwa 200 – 250 Studierende, die aufgeteilt werden auf kleine Seminar- und noch kleinere Praktikumsgruppen, aber auch zusammenkommen in den unzähligen Projekten und Arbeitskreisen, aber auch in der Fachschaft, bei der üblicherweise großen Mannheimer Delegation zu den Medimeisterschaften, beim Theater oder den vielen anderen Veranstaltungen auf unserem kleinen, selbstgeschaffenen Campus am Klinikum Mannheim.

Was kann man bei uns eigentlich sonst noch lernen?

Neben der Humanmedizin sind an unserer Fakultät noch die Masterstudiengänge Translational Medical Research und Biomedical Engineering angesiedelt, die ebenfalls durch die Fachschaft vertreten werden.

Auch innerhalb des Medizinstudiums bietet sich uns die Möglichkeit, im 2. sowie während des 3. und 4. Studienjahres Wahlfächer zu absolvieren. Dazu zählen etwa in der Vorklinik das Wahlfach „Medical Skills“, in dem ihr eure Erste Hilfe-Kenntnisse auffrischen und noch einiges dazulernen könnt, oder im Hauptstudium die Kurse zu Ambulanter Medizin, Notfallmedizin oder Translationaler Forschung, um nur einige zu nennen.

Außerdem halten verschiedene Disziplinen strukturierte Doktorandenprogramme oder Master Classes für ihr jeweiliges Fachgebiet bereit, die interessierten Studierenden die Möglichkeit geben, sich in eine bestimmte Richtung bereits während des Studiums zu vertiefen.

Informationen über „MaReCuM“ stehen auch auf der Webseite der Fakultät für euch zur Verfügung.
Außerdem könnt ihr uns für Fragen, Wünsche, Anregungen, Sonstiges unter der Email-Adresse interesse-am-studium@fimm-online.de erreichen!